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BFH: Breakfast, fitness and wellness services at hotels are subject to the full rate of tax

BFH: Breakfast, fitness and wellness services at hotels are subject to the full rate of tax

Wer ein Hotel betreibt, kennt die Fra­ge aus der täg­li­chen Pra­xis: Wel­che Leis­tun­gen darf ich mit dem ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz von 7 Pro­zent abrech­nen, und wo greift der Regel­steu­er­satz von 19 Pro­zent? Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat dazu am 21. Mai 2026 gleich drei Urtei­le gefällt, die für Hote­liers und Beher­ber­gungs­be­trie­be erheb­li­che Bedeu­tung haben.

Was der ermäßigte Steuersatz eigentlich umfasst

Der ver­min­der­te Steu­er­satz gilt nach § 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG nur für die Über­las­sung von Wohn- und Schlaf­räu­men zur kurz­fris­ti­gen Beher­ber­gung. Alles, was dar­über hin­aus­geht und nicht unmit­tel­bar der Beher­ber­gung dient, unter­liegt dem Regel­steu­er­satz. Das gilt aus­drück­lich auch dann, wenn der Preis für die­se Zusatz­leis­tun­gen im Gesamt­ent­gelt ent­hal­ten ist.

Die drei Urteile im Überblick

Frühstücksleistungen

In zwei Par­al­lel­ver­fah­ren (Akten­zei­chen V R 8/26 und V R 10/26) stell­te der BFH klar, dass Früh­stücks­leis­tun­gen an Hotel­gäs­te dem vol­len Umsatz­steu­er­satz unter­lie­gen. Dar­an ändert sich nichts, wenn der Früh­stücks­preis im Über­nach­tungs­ent­gelt ein­ge­schlos­sen ist. Das Gericht sah dar­in auch kei­nen Ver­stoß gegen euro­päi­sches Mehr­wert­steu­er­recht. Die zugrun­de­lie­gen­de Fra­ge hat­te der BFH zuvor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof vor­ge­legt; das EuGH-Urteil vom 5. März 2026 (C‑409/24 bis C‑411/24) bestä­tig­te die deut­sche Rechtslage.

Fitness- und Wellnesseinrichtungen

Im Ver­fah­ren V R 11/26 ent­schied der BFH außer­dem, dass auch die Nut­zung von Fit­ness- und Well­ness­be­rei­chen durch Hotel­gäs­te dem Regel­steu­er­satz unter­liegt. Die­se Leis­tun­gen die­nen nicht unmit­tel­bar der Beher­ber­gung und fal­len daher nicht unter die Steuerermäßigung.

Parkplätze und WLAN noch offen

Bei Park­plät­zen und WLAN ist die Lage kom­pli­zier­ter. Ste­hen Park­flä­chen nicht nur den Hotel­gäs­ten, son­dern auch der All­ge­mein­heit frei und unent­gelt­lich zur Ver­fü­gung, liegt nach Auf­fas­sung des BFH schon gar kei­ne steu­er­ba­re Leis­tung gegen Ent­gelt vor. Für das WLAN gilt Ähn­li­ches: Kann das Hotel nicht nach­wei­sen, dass es aus­schließ­lich von Über­nach­tungs­gäs­ten genutzt wird, könn­ten die­sel­ben Grund­sät­ze gel­ten. In bei­den Fäl­len hat der BFH die Sache an die jewei­li­gen Finanz­ge­rich­te zur wei­te­ren Auf­klä­rung zurückverwiesen.

Was das für Hoteliers und Gastronomiebetriebe bedeutet

Die Urtei­le betref­fen Streit­zeit­räu­me vor der Ein­füh­rung des ermä­ßig­ten Steu­er­sat­zes für Restau­rant­leis­tun­gen nach § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG. Für aktu­el­le Abrech­nungs­zeit­räu­me gel­ten teils ande­re Rege­lun­gen. Den­noch sind die Grund­sät­ze zur Abgren­zung zwi­schen begüns­tig­ter Beher­ber­gung und steu­er­pflich­ti­gem Zusatz­an­ge­bot wei­ter­hin relevant.

  • Früh­stück, Voll­pen­si­on und ähn­li­che Ver­pfle­gungs­leis­tun­gen: Regelsteuersatz
  • Nut­zung von Spa, Fit­ness, Sau­na: Regelsteuersatz
  • Park­plät­ze und WLAN: abhän­gig von den kon­kre­ten Umstän­den der Nutzung
  • Rei­ne Über­nach­tungs­leis­tung: wei­ter­hin 7 Prozent

Wer als Hote­lier oder Gas­tro­no­mie­be­trieb Pau­schal­an­ge­bo­te schnürt oder Zusatz­leis­tun­gen im Über­nach­tungs­preis bün­delt, soll­te die umsatz­steu­er­li­che Behand­lung sorg­fäl­tig prü­fen. Feh­ler in der Steu­er­satz­zu­ord­nung kön­nen im Rah­men einer Betriebs­prü­fung teu­er wer­den. Eine steu­er­li­che Bera­tung ist hier aus­drück­lich empfehlenswert.

BFH, Urtei­le vom 21. Mai 2026, V R 8/26, V R 10/26 und V R 11/26, ver­öf­fent­licht am 1. Okto­ber 2026

Source: Hau­fe: Tax

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